Schimmelpilze in Wohnungen

 

Die Palette der vorkommenden Schimmelpilze ist sehr groß. Eine Reihe von ihnen sind bei der Verrottung von pflanzlichen Materialien in der Natur beteiligt. Einige Arten lassen sich aber auch nützlich in der Lebensmittelherstellung und Pharmazie einsetzen, andere fuhren zum Verderb von Nahrungsmitteln. Doch leider treffen wir in den letzten Jahren auch vermehrt Schimmelbefall in Innenräumen an, wo er bei Personen mit geschädigtem Immunsystem aufgrund anderer Grunderkrankungen zu einem Befall innerer Organe führen kann. Außerdem spielen allergische Reaktionen wie der allergischen Dauerschnupfen, Niesreiz und Bronchialasthma eine zunehmende Rolle. Daher sollte ein Schimmelbefall von Räumen aus gesundheitlicher Sicht unterbunden werden. Eine Grundvoraussetzung für das Aufwachsen von Pilzsporen ist eine hohe Feuchtigkeit der Umgebung. Bedenkt man, daß in einer mittleren Wohnung täglich etwa 5 bis 7 Liter Wasser von Bewohnern sowie durch Blumen, duschen und kochen verdunsten, dürfte klar werden, daß diese Wassermengen nur durch eine entsprechende Lüftung abgeführt werden können. Früher reichten die Fensterundichtigkeiten und die Kondensation an der kalten Einfachverglasung aus, um diese Wassermengen zu entfernen. Durch die Energiesparmaßnahmen sind vielerorts diese Wege weggefallen. Nun kondensiert die Feuchtigkeit an den kälteren Außenwänden aus und schafft dort z. B. in Verbindung mit der Tapete als Nährboden die Lebensbedingungen für Schimmel.


Daher möchten ich Ihnen an dieser Stelle noch einige Hinweise geben: Lüften Sie Ihre Zimmer möglichst zwei bis dreimal am Tag kurz bei weit geöffnetem Fenstern. Dieses ist viel effektiver und energiesparender als eine lang andauernde Spaltlüftung. -Warme Luft kann wesentlich mehr Wasser aufnehmen als kalte. Vermeiden Sie daher ein mitheizen von Raum zu Raum, sondern stellen Sie besser auch in den Nebenräumen die Heizung leicht an.. -Sorgen Sie dafür, daß Möbel nicht direkt an den Wänden stehen. Ein Abstand von 5 cm sorgt für eine ausreichende Hinterlüftung. Dies ist insbesondere auch bei Neubauten notwendig. -Baumängel, wie defekte Dachrinnen, Abflußrohre, schlechte Außenisolierung oder Kältebrücken müssen beseitigt werden. Blumenerde ist sehr häufig ein Schimmelpilzträger. Halten Sie Ihre Pflanzen nicht zu feucht und wechseln sie jährlich die Blumenerde. Pflanzen auf Hydrokultur sind in der Regel geringer belastet. -Kontrollieren Sie Ihre Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Sie sollte 65 % längerfristig nicht überschreiten.

 

Allergie

 

Eine Reihe von Untersuchungen weisen daraufhin, daß die Allergien in Form von Asthma, allergischem Schnupfen und Heuschnupfen bei uns zugenommen haben. Dabei ist festzustellen, daß die Veranlagung eine Allergie zu entwickeln, vererbt wird.

 

Warum kommt es so häufig zu einer Ausprägung der Allergie?

Eine Untersuchung an Schülern und Schülerinnen in 1990 hat ergeben, daß mehr als 1/4 von Ihnen im Test eine allergische Bereitschaft aufweisen, teilweise auch schon unter den Krankheitszeichen leiden. Insbesondere wurde eine Allergie auf Pollen, gefolgt von Hausstaubmilben und Tierepithelien nachgewiesen. Die Zunahme der allergischen Erkrankungen ist kein deutsches Problem, sondern ein Problem der industrialisierten Länder, einschl. der Entwicklungsländer, die sich der Industrialisierung geöffnet haben. Man rechnet in Deutschland mit einem Anteil von etwa 20 Prozent der Bevölkerung, die eine Bereitschaft zu allergischen Reaktionen haben. Begünstigt wird die Ausprägung einer Allergie durch beengte Wohnverhältnisse mit gut schließenden Fenstern, so daß innen ein feuchtwarmes Klima mit Temperaturen zwischen 20° - 30° C und einer Luftfeuchtigkeit von 70-80 % entsteht. Unter diesen klimatischen Bedingungen kann sich die Hausstaubmilbe gut vermehren und zu Allergien führen.

Daneben ist es eine Zunahme der Luftschadstoffe, die zunächst die Schleimhäute schädigen, damit das Eindringen des Allergens erleichtern und zusätzlich auch der geschädigten Schleimhaut das Entfernen von eingedrungenen Pollen erschweren. Darüberhinaus hat man in Untersuchungen festgestellt, daß allergisierende Substanzen in Verbindung mit Luftschadstoffen noch wesentlich aggressivere Reaktionen auslösen, als ohne die Luftschadstoffe. Sofern die Allergie schon aufgetreten ist, gibt es nur eins, sich möglichst der auslösenden Substanz fern halten. Sofern dies nicht gelingt, ist unter Umständen der Einsatz von Medikamenten, die auch die Bereitschaft zu allergischen Reaktionen dämpfen, erforderlich. Die Gefahr dabei ist eine Gewöhnung mit nachlassender Wirkung.

Eine zweite Möglichkeit ist gegeben durch eine Hyposensibilisierung, bei der dem Patienten in der pollenarmen Zeit die auslösende Substanz in ansteigender Dosierung zugeführt wird, so daß er sich quasi daran gewöhnt und damit nicht mehr überschießend darauf reagiert Wenn die Allergie zum Asthma geführt hat, ist es unter Umständen noch möglich Anfälle von Atemnot durch eine erlernte kontrollierte Atemtechnik zu verhindern. Schon im Kindesalter kann dieses trainiert werden, so daß Kinder recht gut lernen ihre Lungensituation, selbst zu beurteilen.

 

Was kann man noch machen?

  • Zunächst sollte man sich von Luftschadstoffen fern halten. Hier ist in erster Linie das Rauchen in geschlossenen Räumen zu nennen. Schon gar nicht sollten Erwachsene in Autos rauchen, in denen "Kinder an Bord" sind.
  • Die Haltung von Tieren in kleinen Räumen ist nicht unbedenklich, da ein hoher Prozentsatz der Asthmaerkrankungen auf die allergische Reaktion von Tierhaare zurückzuführen ist.
  • Wohnungen sollten ausreichend gelüftet werden, auch in der kalten Jahreszeit, um einer HausstaubmiIbenallergie vorzubeugen.
  • Je früher ein Kind mit einer allergieauslösenden Substanz in Kontakt kommt, desto größer ist die Gefahr des Ausbruchs der Allergie. Deshalb sollte grundsätzlich gelten, Säuglinge so lange wie möglich zu stillen, einen Tierkontakt in den ersten sechs Lebensmonaten zu vermeiden und Schlafräume von Säuglingen staubarm und gut belüftet zu gestalten.

 

Tierhaarallergie

 

Viele Menschen erkennen es zu spät, daß sie eine Tierhaar-Allergie haben. Erst wenn sie sich ein Haustier angeschafft haben, müssen sie feststellen, daß sie auf dessen Allergene empfindlich sind.
Nun, was ist zu tun, wenn Sie merken, daß Ihr kuscheliger Freund die Ursache dafür ist, daß Sie niesen müssen, die Atmung pfeift und es überall juckt?
Die besten Lösung diese Art von Allergie zu beherrschen ist, das Haustier abzuschaffen; dies ist die einzige Methode, wenn Sie von Ihren Symptomen völlig befreit werden möchten. Wenn Sie sich jedoch dazu entschließen, das Tier zu behalten, gibt es einige Möglichkeiten, die Exposition gegenüber seinen Allergenen zu vermindern. Aber noch einmal: Die beste Lösung ist das Entfernen des Tieres.

 

Verhalten bei Tierhaarallergien:

Bevor Allergene eine Reaktion hervorrufen, müssen sie in einer bestimmten Konzentration vorhanden sein. Sie müssen deshalb, wenn Sie mit einem Haustier, gegen das Sie allergisch sind, einigermaßen zufrieden leben wollen, die Anzahl der Allergene in Ihrer Wohnung unter der symptomproduzierenden Schwelle halten.

 

Dies kann in mehreren Schritten geschehen:

  • Halten Sie den Übeltäter vom Schlafzimmer fern. Weil wir im Schlaf jeden Tag so viele Stunden in unserem Schlafzimmer verbringen, wird die Exposition bereits dramatisch verringert, wenn wir dem Haustier diesen Raum verwehren. Versuchen Sie also, das Tier aus allen Zimmern herauszuhalten, in denen sie sich längere Zeit aufhalten.
  • Lassen Sie Ihr Tier so oft wie möglich draußen herumlaufen. Diese Lösung ist besonders gut, wenn es sich um einen Hund oder ein Kaninchen handelt, denn in einer Hundehütte oder in einem Kaninchenstall fühlt sich Ihr Tier wohl und ist sicher.
  • Ergreifen Sie die Gelegenheit, Ihr Tier zu bürsten, wenn es draußen ist. Oder noch besser, lassen Sie das ein nichtallergisches Familienmitglied tun. Hierbei werden lose Haare - und damit Allergene - von Ihrem Tier entfernt, und die Konzentration in der Wohnung kann gering gehalten werden. Auch Maßnahmen wie regelmäßiges Staubsaugen, häufiges und lang anhaltendes Lüften, Luftfiltration sowie die Abschaffung von Polstermöbeln und Teppichen können den Allergengehalt im häuslichen Bereich reduzieren.
  • Lassen Sie ein anderes Familienmitglied den Abfallkasten oder Stall sauber machen. Während bei der Katze der Speichel als Quelle der Allergene betrachtet wird, ist es bei anderen Arten z.B. den Nagetieren, der Urin. Um ganz sicher zu gehen, lassen Sie deshalb die Aufgabe einen nichtallergischen Familienangehörigen durchführen.
  • Entfernen Sie möglichst Bettzeug und Decken, auf denen sich Sekrete des Tieres befinden. Es kann Monate und sogar Jahre dauern, bis Textilgewebe allergenfrei werden. Wenn Sie sich daher z.B. dazu entschließen, von jetzt an die Katze aus dem Schlafzimmer fernzuhalten, erzielen Sie bessere Ergebnisse, wenn Sie ganz von vorne beginnen mit neuem Bettzeug und neuen Bettvorlegern.
  • Fragen Sie Ihren Allergologen nach einer Immuntherapie gegen Tierhaar-Allergien. Immuntherapie oder Hyposensibilisierungsspritzen sind möglicherweise die beste Behandlung, wenn Sie Ihre Exposition nicht tatsächlich verringern können. Für Tierärzte, Besitzer von Tierhandlungen oder andere, die beruflich mit Tieren umgehen, ist dies vielleicht der wirksamste Weg, Ihrer Allergie zu begegnen.
  • Ist Ihre Wohnung besonders gut isoliert? Wenn das so ist, schadet das Ihrer Allergie. Studien haben gezeigt, daß energiesparende Wohnungen (z.B. solche mit Dreifach-Verglasungen und sorgfältig abgedichteten Fugen) sowohl Allergene ansammeln, als auch Hitze stauen. In einer Studie wurde eine Allergenkonzentration gefunden, die in einem besonders gut isoliertem Haus 200 % höher war, als in einer normalen Wohnung.
  • Schließlich können Sie, auch wenn es keine speziellen Medikamente ausschließlich gegen Tierhaar-Allergien gibt, die "normalen" Antihistaminika, abschwellende Mittel oder Athmamedikamente verwenden, um Tierhaarallergie-Symptome zu behandeln. Ihr behandelnder Allergologe kann Ihnen helfen, ein Medikament herauszusuchen, das in Ihrer Situation das geeignete ist.
  • Zum Schluß ein Rat an Katzenbesitzer. Falls es die Katze sich gefallen läßt, kann einmal wöchentliches Waschen der Katze die Allergenkonzentration im häuslichen Bereich ebenfalls effektiv reduzieren.

 

Häufige Fragen über Tierhaar-Allergie

  • Wieviele Menschen leiden an Tierhaar-Allergien?
    "Man nimmt an, daß bis zu 10 % der Bevölkerung in irgendeiner Weise auf Tierhaare allergisch sind".
  • Können manche Tiere häufiger Allergien auslösen als andere?
    " Ja, es sieht so aus, daß Katzen eher eine allergische Reaktion hervorrufen können als Hunde, aber man weiß immer noch nicht warum".
  • Können manche Rassen innerhalb einer Tierfamilie eher zu einer Allergie führen als andere?
    "Nein. Man hat keine Korrelation gefunden zwischen Tierrassen und allergischen Reaktionen. Es gibt also keine Beziehung zwischen der Fellänge eines Tieres und seiner Fähigkeit, eine krankhafte Reaktion zu erzeugen. Die Feststellung, daß ein Chihuahua oder ein "Mexikanischer Kurzhaar" weniger oft zur Allergie führt als ein anderer Hund, ist ein Märchen und hat keine Bedeutung".
  • Welches sind die besten Haustiere für einen Tierhaar-Allergiker? "Schildkröten, Einsiedlerkrebse, Fische, Schlangen oder eben alle Tiere, die kein Fell haben, sind für den allergischen Patienten geeignet"

 

Raumluftverunreinigungen

 

Wir halten uns heute täglich 20 Stunden in Innenräumen auf. Daher sollten wir darauf achten, die Raumluft nicht unnötig zu belasten. Eine regelmäßige Stoßlüftung trägt zu einem gesunden Raumklima bei, da die Innenluft meistens stärker belastet ist als Außenluft.

 

Hier eine Auswahl möglicher Schadstoffe:

  • organische Lösungsmittel

Die Palette reicht von Alkoholen über Testbenzine bis hin zu aromatischen Verbindungen wie Benzol, Toluol, Xylol. Sie kommen u.a. in Farben, Klebern, Reinigungsmitteln vor.

 

  • Formaldehyd

Er zählt zu den technischen Grundchemikalien und wird in Spanplatten, Ortschäumen, Klebern, Desinfektionsmitteln etc. eingesetzt. Durch gesetzliche Regelungen und neuere Produktionsverfahren geht die Formaldehydabgabe in Innenräumen deutlich zurück. Als gesundheitliche Reaktionen können u.a. Reizungen der Augen und der oberen Atemwege auftreten. Die heute häufig eingesetzten Ersatzprodukte müssen z.T. auch kritisch betrachtet werden.

 

  • Asbest

Asbest ist ein natürliches Mineral und hatte in der Vergangenheit aufgrund der vielseitigen technischen Eigenschaften eine weite Verbreitung. Man unterscheidet stark gebundene (Asbestzement) und schwach gebundene Produkte. Letztere sind insbesondere kritisch einzustufen, da sie lungengängige Feinstäube freisetzen können. Diese stecknadelförmigen Fasern sind krebserregend. Während Spritzasbest im privaten Wohnungsbau kaum eine Rolle spielt, sind es hier Asbestpappen, alte Nachtspeicheröfen, Asbestdichtschnüre etc. Bei der Entsorgung sind besondere Schutzvorkehrungen erforderlich.

 

  • Biozide

Hierunter versteht man vorwiegend insekten- und pilzwidrige Substanzen, wie das bis Ende der 70er Jahre als Holzschutzmittel eingesetzte Pentachlorphenol (PCP), Lindan, aber auch moderne Schädlingsbekämpfungsmittel auf Pyrethrumbasis. Sie werden außerdem häufig als sogenannte Topfkonservierer und gegen Mottenfraß in Wollteppichen etc. eingesetzt.

 

  • Schimmelpilze

In der Luft kommen eine Vielzahl Hefe- und Schimmelpilze vor. Bei hoher Luft- und Oberflächenfeuchtigkeit finden sie ideale Lebensbedingungen und vermehren sich. Sie können bei empfindlichen Personen zu Atemwegserkrankungen und Allergien führen. Ähnliches gilt für die Hausstaubmilben.
Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Schadstoffe. Genannt werden muß u.a. der Zigarettenrauch, aber auch Stickoxide durch Gasherde, chlorierte Kohlenwasserstoffe
wie PER, Imprägniersprays, Isocyanate, PCB und Radon.

 

Teppiche

 

Teppichböden haben sich seit den 60er Jahren immer mehr durchgesetzt, zumal sie die Wärme-, das Schallschluckvermögen, die Tritt- und die Luftschalldämmung verbessern. Jährlich werden in der Bundesrepublik etwa 200 Mio. qm Teppichböden verarbeitet, davon 150 Mio. qm mit Schaumrücken. In den Wohnräumen werden sie oft ganzflächig von Wand zu Wand verlegt. Kleine Räume erscheinen durch Teppichböden optisch größer. Sie verdecken abgelaufene Fußböden und häßliche Risse, sie sind warm, elastisch, rutschfest und vermitteln den Bewohner ein Gefühl der Behaglichkeit. Einige Teppichböden eignen sich auch für die Verlegung über eine Fußbodenheizung. Damit sich zwischen dem Estrich und dem Teppichboden keine wärmedämmende Luftschicht bildet, sollte er nicht lose verlegt oder verspannt werden. Bei 90% der textilen Bodenbeläge bestehen Träger und Florschicht aus Kunststoffen. Diese neigen leider dazu, sich bei sehr niedriger Luftfeuchtigkeit elektrostatisch aufzuladen. Durch das Aufstellen von Pflanzen oder - in extremen Fällen - eines Luftbefeuchters kann diese Aufladung eingedämmt werden.

Bei der Herstellung von Teppichböden werden unterschiedliche Natur- und synthetische Materialien eingesetzt: Naturfasern können tierischer und pflanzlicher Herkunft sein. Schafwolle und Ziegenhaar, seltener Rinderhaar, sind begehrte tierische Fasern. Durch ihren Fettgehalt haben sie ein gute schmutzabweisende Wirkung. Baumwolle, Kokos, Sisal und Stroh sind Ausgangsstoffe für Bodenbeläge aus Pflanzenfasern. Baumwolle wird oft schmutzabweisend und mottenschützend ausgerüstet. Kokos- und Sisalfaserteppiche zeigen gutes antistatisches Verhalten, hohe Elastizität und feuchtigkeitregulierende Eigenschaften. Die gebräuchlichste Synthetikfaser ist Polyamid (Nylon, Perlon). Sie ist sehr strapazierfähig und elastisch. Polyacryl (Dralon, Orion und Dolan) ist sehr lichtbeständig. Die Abriebfestigkeit ist niedriger als beim Polyamid. Polyester (Dracon, Trevira, Terylene, Diolen) zeigt gute Abriebfestigkeit und hohe Lichtbeständigkeit. Polypropylen (Meraklon) ist ein strapazierfähiges Material mit guter Beständigkeit gegen agressive Chemikalien. Mit etwa 80% hat Polyamid den Hauptanteil unter den synthetischen Fußbodenbelägen, auf die anderen Synthetiks entfallen nur insgesamt 8%. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet man Webware (Webteppiche), Tuftingware wie Nadelflorteppiche und Nadelvliesware (Nadelfilz- oder Nadelvliesböden).
 

Für bestimmte Anwendungsbereiche sind von der Europäischen Teppich- gemeinschaft und dem Deutschen Teppich-Forschungsinstitut Eignungssiegel entwickelt worden:

  • Nadelfilz (Nadelvlies) wird überwiegend aus Polyamid und Polypropylen oder aus Mischungen bei der Fasern hergestellt und sowohl als Bahnenware als auch als Fliesen angeboten. Es wird oft mit einer zusätzlichen Rückenbeschichtung aus Latex- oder Kompaktschaum ausgestattet, um ihn trittelastischer zu machen. Nadelfilz ist druckunempfindlich und hat eine hohe Abriebfestigkeit.
  • Schiingenware wird aus Schurwolle, Tierhaar, Baumwolle und Synthetik oder aus Mischgeweben dieser Fasern hergestellt. Die Nutzschichtoberfläche bilden geschlossene Schlingen. Die Rückseite kann durchgewebt, latexiert oder mit Schaumstoff beschichtet sein.
  • Velour wird aus Schurwolle und vorwiegend aus Synthetiks wie Polyamid, Polyester und Polyacryl hergestellt. Alle Florschlingen sind aufgeschnitten. Durch das offene Flor ensteht eine samtartige Oberfläche. Kleb- und Flockenteppiche werden aus Wolle, Tierhaare, Zellwolle und Synthetiks (Flockteppich vorwiegend aus Polyamid) sowie Mischgewebe aus diesen Fasern als Florgarn oder Florvlies verarbeitet.
  • Flachgewebe aus Pflanzenfasern wie Kokos, Sisal, Maisstroh, Reisstroh und Schilf werden als Flachgewebe gewebt oder geflochten und vernäht. Kokosteppiche gibt es mit und ohne kunststoffbeschichteter Rückseite. Sisal ist ein hartes und grobes sowie feuchtigkeitsunempfindliches Material. Strohteppiche werden im Gegensatz zu den Sisal- und Kokosteppichen lose verlegt. Teppichböden aus Wolle, Ziegenhaar, Kokos und Sisal sollten Synthetikfasern vorgezogen werden. Sie sind wärme- und schalldämmend, atmungsaktiv und regulieren die Luftfeuchtigkeit.

Beim Kauf eines Wollteppichbodens sollten Sie auf den Zusatz "Reine Schurwolle" achten. Das Wollsiegel tragen nur die Böden, die über einen ausreichenden Mottenschutz verfügen. Falls Sie das Risiko eines möglichen Mottenbefalls auf sich nehmen wollen, können Sie auf unbehandelte Teppiche ausweichen. Beim Kauf von Kokos-, Sisal- und Baumwollteppichböden sollten Sie sich vom Händler die Pestizidfreiheit schriftlich bestätigen lassen. Hausstaub-Allergiker sollten einen Teppichboden aus Polyamid auswählen. Durch seine geringe Feuchtigkeitsaufnahme bietet er für die Hausstaubmilbe keine günstigen Lebensbedingungen. Zudem binden die Fasern im Teppichboden im Gegensatz zu glatten Böden den Staub für mehrere Tage bis zum nächsten Staubsaugen.
Im Bereich der Textilindustrie ist eine Gemeinschaft "umweltfreundlicher Teppichboden" (Germanusstraße 5, 52080 Aachen) gegründet worden, an der 22 Teppichbodenhersteller beteiligt sind. Diese Hersteller haben sich auf eine Prüfung durch das Deutsche Teppich-Forschungsinstitut und die Verwendung des Zeichens "Teppichboden - Schadstoffgeprüft" verständigt. Geprüft wird vor allem der Schadstoffgehalt der Teppichböden. Wesentliche Anforderungen für das Zeichen sind: leichtflüchtige Fluorchlorkohlenwasserstoffe, Asbest, Färbebeschleuniger und bestimmte Azofarbstoffe dürfen bei der Produktion nicht eingesetzt werden (Selbstverpflichtung), Pentachlorphenol, verschiedene Pestizide, Formaldehyd, Butadien und Vinylchlorid dürfen in den Produkten anhand vorgeschriebener Tests nicht nachweisbar sein, Toluol, Styrol, Vinylcyclohexan, 4-Vinylcyclohexen sowie aromatische und andere flüchtige organische Stoffe insgesamt dürfen bestimmte Grenzwerte im Produkt nicht überschreiten, die Produkte dürfen in einem Geruchstest nicht belästigend wirken.

Vitamine und Spurenelemente schützen vor Schäden

 

-Probleme und Möglichkeiten der Umweltmedizin-
Die meisten Schadstoffe aus der Umwelt wirken nur schwach und langfristig. Es dauert oft Jahre oder Jahrzehnte, ehe sich Folgen bemerkbar machen. Selten verursachen auch einzelne Schadstoffe allein die Beschwerden. Und diese sind anfangs meist sehr allgemein und vieldeutig. Die Menschen reagieren dazu sehr unterschiedlich.
Chronische Schadstoffbelastungen äußern sich in sehr unspezifischer Weise. Die Folgen können Angst oder Schlaflosigkeit. Aggression oder Depression, Erschöpfung oder Kopfschmerz, Allergien, Atemwegserkrankungen, Nervenschäden oder auch die Förderung von Krebserkrankungen sein.
Die meisten Umwelterkrankungen entstehen durch Belastungen am Arbeitsplatz oder im Wohnbereich. Hoch ist der Anteil durch Mißbrauch von Genußmitteln wie Rauchen oder Alkohol. Häufig sind Vergiftungen durch Zahnfüllungen aus Amalgam oder Palladium.
An der krankmachenden Wirkung von Schadstoffen sind die sogenannten freien Radikale ursächlich beteiligt.
Zur Behandlung, mehr aber noch zur Vorbeugung vor Schäden, empfehle ich den Einsatz von sogenannten Radikalenfängern, von Antioxidantien. Sie unterstützen den Organismus dabei, Gifte und krebsauslösende Substanzen unschädlich zu machen.
Die Belastung mit Schadstoffen aus der Umwelt hat so zugenommen, daß auch ein gesunder Körper nicht immer in der Lage ist, damit fertig zu werden. Wichtigste Antioxidantien sind die Spurenelemente Selen, Kupfer und Zink, die als Bausteine von entgiftenden Enzymen benötigt werden. Dazu kommen die antioxidativen, also zeilschützenden Vitamine: Vitamin A bzw. Beta-Karotin, Vitamin C und E.
 

Im einzelnen:

Vitamin A / Karotin
Beta Karotin ist eine Vorstufe zu Vitamin A und für die Substitution besser geeignet als reines Vitamin A, da es nicht überdosiert werden kann. Es schützt die Zellmembran vor Schäden und macht Sauerstoff-Radikale unschädlich. Es sollte möglichst aus Gemüse und Obst aufgenommen werden, zusammen mit etwas Fett. Hartes Gemüse soll leicht angegart werden. Die tägliche Zufuhr an Karotin soll bei 10 bis 20 Milligramm liegen.

Vitamin C
Vitamin C hat eine Reihe direkter Wirkungen. Es macht Superoxid und ähnliche Radikale schnell unschädlich, es schützt die Zellwand und den Zellkern. Es verstärkt die Wirkung von Vitamin E. Im Magen verhindert Vitamin C die Umwandlung von Nitrat in die schädlichen Nitrosamine. Bei hohen Schadstoffbelastungen gilt die Zufuhr von bis zu 1 Gramm täglich als sinnvoll.

Vitamin E
Die fettlöslichen Tocopherole wirken als Radikalfänger hauptsächlich in der empfindlichen Zellhülle. Vitamin-E-Mangel wird mit verschiedenen
Tumorerkrankungen in Verbindung gebracht. Vitamin E und Selen verstärken sich gegenseitig bei der Ausleitung von Schwermetallen (Z.B. Ouecksilber). Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 100 bis 200 Milligramm.

Selen
Dieses Spurenelement ist Bestandteil des Entgiftungsenzyms Glutathionperoxidase. Es ist innerhalb der Zelle eines der wichtigsten antioxidativen Schutzsysteme. Weiterhin ist es ein Gegenspieler von Schwermetallen. Aus Amalgam freigesetzes Quecksilber oder andere Schwermetalle werden durch Selen gebunden und ausgeschieden. Die besondere Empfindlichkeit einiger Menschen gegenüber Amalgam oder anderen Umweltgiften läßt sich oft durch einen Mangel an Selen erklären. Als tägliche Zufuhr werden 100 bis 200 Mikrogramm Selen auch über lange Zeit gut vertragen.

Zink
Das Spurenelement Zink ist ebenfalls als Wirkbestandteil verschiedener Enzyme unentbehrlich. Fehlt es im Körper, können Schwermetalle seinen Platz einnehmen und die Enzyme funktionsunfähig machen. Dadurch werden die Abwehrkräfte und die Entgiftungsmöglichkeiten des Körpers geschwächt. Als Schutz vor Schadstoffen und zur Immunstärkung sind etwa 12,5 bis 25 Milligramm Zink pro Tag nötig.
 
Vitamine aus der Nahrung sind besser
In Kalifornien fand kürzlich ein Internationaler Kongreß über Ernährung, und Krebs statt. Einige wichtige Ergebnisse: Der schützende Einfluß einer vollwertigen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Getreide- und Milchprodukten wurde durch zahlreiche Studien belegt. Dabei stellte sich heraus, daß naturbelassene, mit der Nahrung aufgenommene Vitamine, Spurenelemente und Enzyme wirksamer sind als die Zufuhr isolierter Wirkstoffe in Präparaten. Da der Bedarf jedoch nicht immer über die Ernährung gedeckt werden kann, wird auch die zusätzliche Einname nötig, besonders während einer Therapie mit Zytostatika und Strahlen. Während einer Chemo- oder Strahlentherapie werden folgende Tagesmengen empfohlen: Beta-Karotin bis 50 mg, Vitamin C 500 bis 1000 mg. Vitamin E 200 bis 600 mg, Selen 200 bis 600 Mikrogramm.

Chemotherapie wird nicht beeinträchtigt
Durch die Gabe von antioxidativen Substanzen können Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie vermindert werden. Die Wirksamkeit der klinischen Behandlungen wird dadurch nicht beeinträchtigt, sondern sogar verstärkt. In der Nachbehandlung werden das Wachstum und die Ausbreitung von Tumorzellen durch Selen und andere Radikalenfänger wie die Vitamine A, C, E oder Beta-Karotin gebremst.

Doppelt so wirksam
Als Antioxidans hat sich das Vitamin E in der Vorbeugung und bei der Behandlung von Krebserkrankungen vielfach bewährt. Die dazu erforderlichen hohen Dosierungen können jedoch nicht immer durch die Ernährung gedeckt werden. Für Präparate kann Vitamin E aus natürlichen Quellen (pflanzliche Öle) oder synthetisch gewonnen werden. Untersuchungen haben gezeigt, daß das natürlich gewonnene Vitamin E besser vom Organismus aufgenommen und verwertet werden kann. Diese Bio Verfügbarkeit ist etwa doppelt so hoch wie bei synthetischem Vitamin E. Von Präparaten mit synthetischem Vitamin E müßte also die doppelte Menge eingenommen werden, um eine vergleichbare Wirksamkeit zu erreichen.

Selen verbessert die Heilungschancen

In der Krebsmedizin findet Selen zunehmend Beachtung und Anwendung. Neue Studien zeigen, daß dieses Spurenelement nicht nur das Entstehen von bösartigen Geschwülsten verhindern, sondern daß es auch die Behandlungsergebnisse, vor allem die der Chemotherapie, verbessern kann. Dazu muß Selen in ausreichender Menge für den Körper verfügbar sein. Das ist jedoch bei der normalen Ernährung nicht immer der Fall. Der amerikanische Selen-Forscher Prof. G. N. Schrauzer hält eine zusätzliche Einnahme von Selen für erforderlich, zumindest bei krebsgefährdeten und erkrankten Personen. Da mit der Nahrung nur etwa 50 bis 100 Mikrogramm aufgenommen werden, müßten täglich 50 bis 100 Mikrogramm zusätzlich eingenommen werden. Während einer Chemo- oder Strahlentherapie werden 200 bis 600 Mikrogramm empfohlen.
Auf einem Kongreß der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr in Heidelberg berichtete Prof. Schrauzer über die Ergebnisse der "Clark-Studie" in den USA. Über 5 Jahre erhielten 1300 krebsgefährdete Klinikpatienten täglich 200 Mikrogramm Selen. Die Nachbeobachtung nach 10 Jahren ergab, daß in dieser Gruppe sowohl die Zahl der Erkrankungen an Krebs wie auch die Sterblichkeit erheblich niedriger war, als in einer Vergleichsgruppe, die kein Selen erhalten hatte. Neuerkrankungen an Krebs waren in der Selengruppe um 42% niedriger, Todesfälle sogar um 52 %.

 

MCS - multiple chemical sensitivity

 

In unserer Umgebung - besonders zu Hause und am Arbeitsplatz - sind wir einer Vielzahl gesundheitsschädlicher Faktoren ausgesetzt (in der Bundesrepublik sind ca. 65 000 Chemikalien im Handel, wovon erst 1300 auf ihre Giftigkeit hin untersucht worden sind). Es ist nicht verwunderlich, daß manche Menschen an solchen Einwirkungen erkranken. Viele wundert es eher, daß die Umweltmedizin, welche sich mit den Wechselwirkungen von Umwelteinflüssen und Gesundheit beschäftigt, in Deutschland so dürftig etabliert ist. Im Gegensatz zu den USA steckt diese medizinische Disziplin bei uns noch in den Kinderschuhen.

Von dort ist ein neuer Krankheitsbegriff in unser umweltmedizinisches Entwicklungsland gekommen: Die Multiple Chemical Sensitivity (MCS). An MCS leidende Patienten reagieren je nach Ausprägung der Krankheit auf geringste Chemikalienkonzentrationen sensibel mit den verschiedensten Symptomen - auch auf Chemikalien, die für die Krankheit nicht ursächlich verantwortlich sind.
In Deutschland sollen ca. 100 000 Menschen eine MCS-ähnliche Erkrankung haben. Dies allein läßt schon die Höhe des Bedarfs an entsprechend ausgebildeten Ärzten erahnen. Die wenigen Anlaufstellen, die es für umweltbedingte Erkrankungen gibt, »bekommen von den Patienten die Bude eingerannt«. In der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren ein Risikobewußtsein für Umweltbelastungen entwickelt, nicht zuletzt auch durch die Amalgam-Diskussion, die ja in aller Munde ist (im wahrsten Sinne des Wortes). Bisher wird eine umweltmedizinische Diagnostik und Behandlung allerdings bei weitem nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Die Ursache umwelttoxikologischer Beschwerden herauszufinden, ist für den Umweltmediziner eine komplexe Angelegenheit, denn die diffusen Symptome einer chronischen Vergiftung lassen kaum Rückschlüsse auf eine verursachende Substanz zu. Erschwerend kommt hinzu, daß rein psychogene Erkrankungen die gleichen Beschwerdebilder wie umweltbedingte Erkrankungen haben können. Daher werden »Umweltopfer« meist nicht erkannt und nach einer Odyssee von Arztbesuchen als Hypochonder abgestempelt.

Die auslösende Substanz zu entlarven, erfordert oft sehr zeitaufwendige Tests. Manchmal sind auch Hausbesuche notwendig, jedoch unter einem anderen Aspekt als in der bekannten hausärztlichen Form: Der Umweltmediziner sucht in der Wohnung des Patienten Hinweise nach schädigenden Faktoren und fordert gegebenenfalls eine mobile Schadstoffmeßstation an. Therapeutisch steht nach der Identifizierung der verursachenden Noxe (schädigender Einfluß) primär deren Beseitigung oder zumindest Meidung im Vordergrund. Bei Vergiftungen kommt die möglichst vollständige Ausleitung der vom Körper aufgenommennen Substanz hinzu. Darüber hinaus kommen Maßnahmen zur Anwendung, welche die Widerstandsfähigkeit des Patienten erhöhen und seinen Organismus stärken. Je nach Dauer und Ausmaß der Erkrankung ist ergänzend eine psychologische Behandlung erforderlich. Der Umgang mit umweltgeschädigten Patienten, von denen manche jahrelang mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen wurden, erfordert von einem Umweltmediziner viel Verständnis und Feingefühl, zumal es auch Patienten gibt, die auf der psychischen Ebene übersensibel reagieren. Solche Patienten nehmen dann jeden chemischen Geruch und jede bekannt gewordene Meldung über die Gefährlichkeit einer Substanz zum Anlaß, große Ängste und demzufolge auch körperliche Symptome zu entwickeln. Unlängst wurde in Anlehnung an das Krankheitsbild der Hypochondrie der spöttische Begriff »Ökochonder« geprägt. Die Fachleute, zu denen Ärzte, Chemiker und Biologen zählen, sind in zwei Lager aufgespalten: Von »Panikmache« und »Massenhysterie« reden die einen, vor »Verharmlosung« warnen andere.
Egal ob durch die Seele oder durch ein Gift verursacht, die Leiden der Patienten sind real und stellen ein hohe Anforderung für den Umweltmediziner dar.

Weiterführende Links

   

Umweltmedizinischer Informationsdienst (Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz)
 
Broschüre des Umweltministeriums NRW zu Elektrosmog und weitere Themen

 

Themensammlung entwickelt von Ärzten der Kinderklinik Osnabrück
 
Robert Koch-Institut: Infektionsschutz, Impfen, Reisemedizin
 
Alles zum Thema Schimmelpilze
 
Landesumweltamt NRW

 

end faq

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